Die Wirtschaftswissenschaftler Daron Acemoglu und Simon Johnson vom MIT haben ein neues Buch mit dem Titel “Power and Progress: Our 1000-Year Struggle Over Technology and Prosperity” veröffentlicht, in dem untersucht wird, wer von vergangenen Innovationen profitiert hat und wer heute wirtschaftlich und politisch von KI profitieren könnte. Die Autoren argumentieren, dass die künstliche Intelligenz für einige Regierungen ein Instrument der sozialen Kontrolle ist, das auch einer kleinen Anzahl von Menschen Reichtum verschafft. Sie sind der Meinung, dass der derzeitige Weg der KI weder für die Wirtschaft noch für die Demokratie gut ist, und dass sich diese beiden Probleme gegenseitig verstärken. Acemoglu und Johnson schlagen vor, dass KI-Tools die Möglichkeiten der Beschäftigten in der häuslichen Krankenpflege erweitern und ihre Dienste wertvoller machen könnten, ohne dass die Zahl der Beschäftigten in diesem Sektor sinkt. Sie plädieren für ein breites Spektrum politischer Maßnahmen, darunter Dateneigentum für Internetnutzer, eine Steuerreform, die Beschäftigung stärker belohnt als Automatisierung, staatliche Unterstützung für eine Vielzahl von High-Tech-Forschungsrichtungen, die Aufhebung von Abschnitt 230 des Communications Decency Act von 1996 und eine Steuer auf digitale Werbung. Die Autoren wollen die öffentliche Diskussion über KI über die Branchenführer hinaus ausweiten, Vorstellungen über die Unvermeidbarkeit von KI verwerfen und neu über menschliches Handeln, soziale Prioritäten und wirtschaftliche Möglichkeiten nachdenken.
